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Amazon SEO international

Amazon-SEO international: Warum Übersetzungen keine Lösung sind

2019-03-14 Von Amazon News, Amazon-SEO, Content & Produktdaten, Content-Relevanz-Analyse, International verkaufen, Keyword-Recherche, Produktlisting optimieren 0 thoughts on “Amazon-SEO international: Warum Übersetzungen keine Lösung sind”

Wer sein Amazon Business auf die internationale Ebene hebt, steht vor der Herausforderung, Inhalte für die jeweiligen Ländermarktplätze zu erstellen. Häufig lassen Vendoren und Seller zum Beispiel Inhalte von amazon.de für amazon.fr oder amazon.com lediglich übersetzen – ein Fehler, der sowohl Sichtbarkeit als auch Umsätze kosten kann. Möchten Sie Amazon-SEO bei der Internationalisierung richtig angehen, sollten Sie verschiedene Aspekte beachten.

Titel, Bullet Points und Produktbeschreibung länderspezifisch optimieren

Das Such- und Kaufverhalten von Amazon Usern ist aufgrund unterschiedlicher Kulturen und Lebensumstände von Land zu Land verschieden. Wer die jeweiligen Präferenzen und Bedürfnisse der Verbraucher ignoriert, verschenkt wertvolles Potenzial. Denn: sie sollten im Rahmen der Content Optimierung und Keyword-Recherche unbedingt berücksichtigt werden. Eine einfache Übersetzung würde also viel zu kurz greifen.

Hier ein Beispiel: Ein Hersteller bietet ein smartes Thermostat an. In Frankreich legen Amazon User besonderen Wert darauf, dass das Smartdevice ein hochwertiges Design aufweist. In Spanien werden Verbraucher eher vom Kauf überzeugt, wenn sich mit dem Gerät zuverlässig über die Ferne die Temperatur in den eigenen vier Wänden runterregeln lässt. Für deutsche Konsumenten steht stattdessen das Reporting im Fokus: Sie wollen genau wissen, wieviel Energie sie verbrauchen und wie hoch die dadurch entstandenen Kosten sind. In pro Land optimiertem Content sollten die entsprechenden Informationen jeweils prominent eingebunden werden, um potenzielle Kunden zum Kauf zu bewegen.

Beispiel optimierter Content auf amazon.de und amazon.co.uk

Beispiel für optimierten Content auf amazon.de und amazon.co.uk (Quelle: Screenshots amazon.de/amazon.co.uk)

 

Ob es Unterschiede gibt und wie sie aussehen, finden Sie nur heraus, wenn Sie pro Land eine sorgfältige Content-Relevanz-Analyse für das Produkt bzw. die Produktgruppen durchführen. Bei einer Content-Relevanz-Analyse werden verschiedene Quellen betrachtet, um herauszufinden, wie die Zielgruppe tickt und welche Produkteigenschaften für ihre Kaufentscheidung relevant sind. Sie bildet die Grundlage für tatsächlich Conversion-optimierten Content pro Land. Vernachlässigen Sie die diesen Umstand, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Seitenbesucher Ihre Produkte kaufen.

Best Practice: Auch wenn in Ländern die gleiche Sprache gesprochen wird, sollte für jedes Land eine eigene Content-Relevanz-Analyse und Keyword-Recherche durchgeführt sowie auf dieser Basis länderspezifischer Content erstellt werden. So weicht das Konsumverhalten in den USA beispielsweise zum Teil von dem in Großbritannien ab.

Den Ton der nationalen Zielgruppe treffen

Ein weiterer Punkt, der hier zum Tragen kommt, sind länderspezifische Besonderheiten in der Wahrnehmung von Produkten bzw. Produktgruppen. Sie können sich auf die (sprachliche) Gestaltung des Contents auswirken. So werden Zahnpflegeprodukte in Frankreich zum Beispiel eher als medizinische Produkte angesehen, während deutsche Amazon User sie mehr im Lifestyle Bereich anzusiedeln scheinen. Für amazon.fr würde man bei der Optimierung daher eine sehr sachliche Art der Darstellung wählen, die die harten Fakten in den Vordergrund stellt. Auf amazon.de darf dagegen gerne mehr in Richtung Marketing gedacht und der Kunde mit überzeugend formulierten Argumenten abgeholt werden.

Auch beim Übersetzungsgrad kann es Unterschiede geben. In Deutschland ist es beispielsweise vollkommen gebräuchlich mit englischen oder französischen Begriffen, bzw. mit Anglizismen oder Gallizismen zu arbeiten. Französische Amazon User sind in der Regel gewohnt, dass sämtliche Bezeichnungen in ihre Muttersprache übersetzt werden.

Achtung: Beachten Sie, dass sich Amazons Vorgaben und Richtlinien für die Gestaltung des Contents (Amazon Styleguides) von Land zu Land und je nach Produktkategorie unterscheiden können.

Individuelle Keyword-Sets pro Land erstellen

In puncto Sichtbarkeit gilt ebenfalls, jedes Land für sich zu betrachten. So können sich länderspezifische Unterschiede auch in Keyword-Sets widerspiegeln.

Um ein leistungsstarkes Keyword-Set zu erstellen, greift man auf die Auto-Vervollständigung von Amazons Suchfunktion (Auto Suggest) zurück. Sie gibt aus, welche Suchbegriffs-Kombinationen Amazon User tatsächlich und vergleichweise häufig verwenden.

Vergleich Amazon Auto-Suggest

Vergleich der Auto Suggest zu “Shampoo” auf amazon.de (links) und amazon.com (rechts)

 

Unterschiede im Suchverhalten der Konsumenten zeigen sich zum Beispiel, wenn man die Auto-Vervollständigung zu Suchanfragen vergleicht, die das Keyword “Shampoo” enthalten (siehe oben). Auf dem deutschen Marktplatz suchen User zum Beispiel vermehrt nach Haarpflege ohne künstliche Zusätze und für trockene Kopfhaut. User auf amazon.com suchen demgegenüber gezielt nach Kombi-Produkten aus Shampoo und Conditioner sowie nach Haarpflegeprodukten für blondierte bzw. gefärbte Haare. Es stehen also unterschiedliche Anwendungsziele im Fokus der Verbraucher.

Auch fällt bei dem Vergleich auf, dass die Kategorie “Geschlecht” für deutsche Amazon User bei der Suche eine wichtige Rolle spielt. Sie suchen gezielt nach Shampoo für Damen oder Herren. Bei Suchen auf amazon.com scheint sie dagegen eine untergeordnete Rolle einzunehmen und andere Kategorien wie das Anwendungsziel oder die Produktart stärker die Kaufabsicht zu bestimmen. Konkret bedeutet dies: Bei der Erstellung des deutschen Keyword-Sets sollte unter anderem die Nennung der Geschlechter priorisiert werden.

Achtung: Das Suchverhalten von Amazon Usern kann sich laufend verändern. Die Auto-Vervollständigung bietet daher nur eine “Momentaufnahme”.

Fazit

Sowohl Vendoren als auch Seller sollten bei der Internationalisierung nicht auf Kosten von Amazon-SEO sparen, indem sie mit reinen Übersetzungen arbeiten. Stattdessen sollte für jeden Ländermarktplatz eine Keyword-Recherche und Content-Relevanz-Analyse durchgeführt werden. Im Idealfall erstellen Muttersprachler auf Basis dessen den optimierten Content.

Best Practice: Nur wenn Sie jeden Marktplatz individuell betrachten und analysieren, können Sie das gebotene Potenzial vollkommen ausschöpfen.

Bei factor-a erstellen und optimieren auf Amazon spezialisierte Muttersprachler Ihren Content für alle relevanten Ländermarktplätze. Sprechen Sie uns an!

International verkaufen mit Amazon

Internationalisierung: Cross-Border Sourcing durch Amazon vorbeugen

2019-02-25 Von Amazon News, International verkaufen, Vendor Account Management 0 thoughts on “Internationalisierung: Cross-Border Sourcing durch Amazon vorbeugen”

Sobald das Geschäft auf amazon.de läuft, ist es verführerisch weitere Länder-Marktplätze des Handelsriesen ins Visier zu nehmen. Um das gebotene Potenzial für sich zu nutzen und Fallstricke zu vermeiden, gilt es schon vor der Internationalisierung die richtigen Weichen zu Stellen.

Eine weit verbreitete Herausforderung ist Amazons Cross-Border Sourcing. Sobald ein Produkt nicht lieferbar ist oder die Konditionen nicht stimmen, besteht die Gefahr, dass Amazon es von anderen Quellen bezieht. Dazu gehören auch andere Ländergesellschaften derselben Marke. Vor allem im europäischen Raum sucht der Online-Gigant stets nach dem attraktivsten Vendor, um Preisvorteile für sich zu nutzen.

Sie denken darüber nach, international zu verkaufen? Wir informieren Sie über Risiken und Möglichkeiten.

Drei Gründe für Amazons Cross-Border Sourcing

Warenbeschaffung aus dem Ausland ist weit verbreitet. Die Menge an Amazon Fulfillment Centern weltweit begünstigt die Umlagerung von Waren zusätzlich.

Ein länderübergreifender Einkauf Amazons kann verschiedene Ursachen haben:

Grund Erklärung
Einkaufspreise Amazon bestellt automatisch bei der Einkaufsquelle, die den besten Einkaufspreis anbietet. Dies kann eine beliebige Ländergesellschaft Ihrer Marke oder ein (Groß-)Händler sein.
Operative Leistung / Compliance Amazon achtet auf die strikte Einhaltung der Lieferfenster, der Verpackungsrichtlinien und der Logistik seiner Lieferanten. Lieferanten, die die gewünschte Menge liefern, flexibel genug sind, um pünktlich zu liefern und über die beste Verpackung verfügen, erhalten eher Bestellungen.
Verfügbarkeit Sollte ein gefragtes Produkt nicht verfügbar sein, wird Amazon versuchen, eine andere Quelle zu identifizieren. Dies gilt sowohl für kurzfristige Lieferschwierigkeiten als auch für Produkte, die sich am Ende des Lebenszyklus befinden.

 

Amazons Cross-Border-Sourcing vorbeugen

Grenzübergreifender Wettbewerb und Preistransparenz nehmen stetig zu. Um langfristig erfolgreich zu bleiben, ist es unabdingbar, eine geeignete EU-weite Strategie zu entwickeln.

Eine Harmonisierung von Preisen und Konditionen auf europäischer Ebene kann helfen, Cross-Border-Sourcing vorzubeugen. Anstelle von separaten Länder-Accounts sollte daher bestenfalls ein EU-Account genutzt werden. Etwaige interne Konkurrenzsituationen zwischen einzelnen Ländergesellschaften eines Unternehmens stehen diesem Vorhaben jedoch häufig im Weg. Eine europaweite Steuerung ist daher oft nur schwer realisierbar.

Best Practice: Bei allen preis- oder sortimentspolitischen Entscheidungen auf nationaler Ebene sollten Sie stets die möglichen Auswirkungen auf internationaler Ebene beachten. Um Potenziale und Skaleneffekte auszuschöpfen ist eine europäische, länderübergreifende Strategie unerlässlich.

International verkaufen: Modelle für europäische Amazon-Marktplätze

Im Fall einer Internationalisierung haben Vendoren die Möglichkeit, unterschiedliche Verträge mit Amazon abzuschließen. Es stehen entweder europaweite Vereinbarungen oder individuelle, länderspezifische Vertragsmodelle zur Wahl.

PAN-EU Account

Bei dieser Variante bezieht ein Vertrag alle EU-Länder mit ein. Dies gilt für den gesamten Prozess von der Verhandlung bis hin zum Verkauf.

Ein PAN-EU Account gewährleistet größere Handlungsspielräume, da für alle beteiligten Marktplätze die gleichen Bedingungen gelten, wie zum Beispiel Einkaufspreise, Retouren-Vereinbarungen. Dies verringert die Gefahr des Cross-Border Sourcings.

Für Hersteller, die mit größeren Warenströmen arbeiten, kann darüber hinaus ein Kostenvorteil entstehen. Sie erzielen Rabatte durch die Verhandlung höherer Abnahmemengen mit ihren Fabrikanten. Die erzielten Rabatte können Hersteller direkt an Amazon weitergeben. Meist werden die gebündelten Warenmengen via Container unmittelbar von der Fabrik aus an Amazon geliefert. Dies spart zusätzlich Logistikkosten ein.

Individuelle Länderverträge je Marktplatz

Spezifische Länder-Accounts hingegen bedeuten pro Land ein Vertrag. Der Verhandlungsprozess ist zwar weniger kompliziert, doch durch die separate Steuerung eines Ländermarktplatzes wächst die Gefahr des Cross-Border Sourcings.

Um dies zu vermeiden, müssen für jeden Marktplatz exakt identische Konditionen mit Amazon verhandelt werden – und zwar auf den Cent genau. Denn: Amazon sourced bei Bedarf europaweit im Land mit den günstigsten Konditionen.

Mögliche Maßnahmen gegen Cross-Border Sourcing

Um Cross-Border Sourcing entgegenzuwirken, stehen einige Lösungsansätze zur Verfügung:

Vereinheitlichung von Konditionen und Preisen
Sie sollten versuchen, Konditionen über sämtliche Länder hinweg zu harmonisieren. Nur so werden Umlagerungen für Amazon unattraktiv. Hierbei gilt es, für jedes Land die geeignete Balance zwischen Einkaufspreisen und nachgelagerten Konditionen zu finden.

Länderspezifische Angebote
Möglichst international verwendbare Produkte begünstigen Cross-Border Sourcing. Manche kleinere Online-Händler beziehen Waren zum Beispiel aus Osteuropa und bieten sie günstig und als Neuware auf amazon.de an. Um die Artikel für den deutschen Markt auszustatten, werden sie umverpackt und die Bedienungsanleitungen entsprechend ersetzt. Amazon interessiert sich hingegen nicht dafür, ob beispielsweise ein französischer Kunde sein geordertes Produkt in einer deutschen Umverpackung erhält oder nicht. Ein möglicher Lösungsansatz ist die Etablierung exklusiver Produktfeatures, um gezielt einzelne Länder-Marktplätze zu bedienen.

Ein weiterer Faktor, der Cross-Border-Sourcing begünstigt, sind europaweit einheitliche EANs (European Article Number). Werden für die wichtigsten Märkte eigene Artikelnummern vergeben, erschwert dies einen länderübergreifenden Transfer.

Seriennummern tracken
Serial Number Tracking bedeutet zwar einen enormen Aufwand, zahlt sich jedoch aus. Um Warenströme verfolgen zu können, müssen international agierende Unternehmen zunächst ein Seriennummer-Tracking einführen. Dies sorgt auf lange Sicht für einen transparenteren Umgang mit Amazon und schafft eine zuverlässige Datengrundlage.

Amazon baut seine EU-weiten Programme zur Warenbeschaffung kontinuierlich aus und profitiert hierbei von fehlenden länderübergreifenden Strategien der Unternehmen. Langfristiger Erfolg setzt voraus, sich mit den Gefahren durch Cross-Border-Sourcing auseinanderzusetzen.

factor-a bietet Ihnen eine umfassende Betreuung und fachspezifisches Know-how rund um das Thema Internationalisierung auf Amazon. Sprechen Sie uns an!

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