Kategorien auf Amazon verstehen und richtig einsetzen

Die Auswahl an Produkten auf Amazon scheint schier endlos. Um als Hersteller nicht im Angebotsüberfluss unterzugehen, ist Amazon-SEO unabdingbar. Dazu gehört auch, sich mit der Funktionsweise von Amazons Kategorien auseinanderzusetzen:

  • Wie sind Amazon Kategorien aufgebaut und welche Besonderheiten gibt es?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, Produkte in Kategorien zu platzieren?
  • Was gilt es bei der Produktplatzierung zu beachten?

Amazons Kategorien-Ökosystem – Fluch oder Segen?

Kategorien sind vergleichbar mit Abteilungen in einem Supermarkt und strukturieren das Amazon Sortiment. Aufgeteilt sind sie in verschiedene Hauptkategorien, wie zum Beispiel Elektronik & Computer, Spielzeug & Baby, Sport & Freizeit etc.

Aufbau
Jede dieser Hauptkategorien beinhaltet diverse Unterkategorien. Je weiter ein User innerhalb einer Kategorie klickt, desto spezifischer werden die Trefferlisten.

Beispiel Amazon Kategoriepfade
Quelle: factor-a – part of Dept

 

Die Kategoriepfade ähneln einer Baumstruktur. Sie sollen sicherstellen, dass Amazon-User Ihre Wunschprodukte im kontinuierlich wachsenden Amazon Sortiment schneller finden.

Beispiel Amazon Kategorien
Beispiel einer Suche innerhalb der Kategorie “Sport & Freizeit” (Quelle: Screenshot amazon.de)

 

Was sind Amazon Browse Nodes?

Neben den Kategorien, die für User auf der Website sichtbar sind, gibt es einen Amazon-internen Kategorienbaum (Browse Node Tree). Browse Nodes bestehen aus einer Zahlenkombination und repräsentieren spezifische Produktgruppen, wie zum Beispiel Kernbohrmaschinen, Schlagbohrmaschinen oder Bohrhämmer. Die nach außen hin sichtbaren Kategorien(pfade) können dabei von Amazons Browse Nodes abweichen.

Warum ist diese Information nun für Vendoren relevant? Sie möchten neue Produkte hochladen und haben zuvor passende Kategoriepfade auf Amazon recherchiert und diese beim Upload angegeben. Die Zuordnung gelingt allerdings nicht. Auf Anfrage gibt Amazon an, die Kategorien würden nicht existieren und die Zuordnung sei daher nicht möglich. Grund ist evtl. die Abweichung zwischen externem und internem Kategoriebaum. Für eine erfolgreiche Kategorisierung können Sie Browse Nodes bei Amazon anfragen und einen Fall eröffnen, um das Problem zu lösen.

Initiale Kategorien-Auswahl
Vendoren verhandeln auf Basis ihres Produktportfolios mit Amazon, in welchen Kategorien sie verkaufen möchten. Im Nachgang werden sie für die verhandelten Kategorien freigeschaltet und können ihre Waren dort vertreiben. Möchte ein Vendor sein Produktportfolio zu einem späteren Zeitpunkt erweitern, so muss er zwecks Verhandlung erneut mit Amazon in Kontakt treten.

Seller sind soweit nicht auf eine Hauptkategorie beschränkt. Sie können Produkte in jeder Kategorie hochladen. Zum Beispiel kann ein Seller heute Artikel in Büromaterial hochladen und morgen in der Kategorie Haushaltsgeräte.

Möglichkeiten der Produktplatzierung

Jedes Produkt wird in einer oder mehreren Kategorien untergebracht. Die Anzahl kann – je nach Produktkategorie – variieren. Amazon aktualisiert die Richtlinien dahingehend fortlaufend. Es empfiehlt sich, sein Produktportfolio kontinuierlich zu tracken, um etwaige Abweichungen direkt beheben zu können. Für ein optimales Monitoring Ihres Sortiments bietet Ihnen die factor-a suite eine geeignete Softwarelösung.

Best Practice: Vorzugsweise ordnen Sie Ihre Produkte in einer Endkategorie ein. In der Endkategorie muss es sich gegen weniger Konkurrenzprodukte durchsetzen. Je besser ein Produkt in der Endkategorie performt, desto höher ist seine Chance auf organische Sichtbarkeit in den Suchergebnissen. Dies ist der Funktionsweise von Amazons Suchalgorithmus A9 geschuldet.

Je mehr Kategorien ausgewählt werden, desto höher die Möglichkeit für ein Produkt, ein Bestseller-Badge zu bekommen. Artikel, die in einer Kategorie an Platz 1 stehen, werden gekennzeichnet – sowohl in den Suchergebnissen als auch auf ihrer Produktdetailseite.

 

Beispiel Bestseller Badge
Produkt mit Bestseller-Badge in den Suchergebnissen (Quelle: Screenshot amazon.de)

 

Beispiel Bestseller Badge
Produktdetailseite eines Produkts mit Bestseller-Badge (Quelle: Screenshot amazon.de)

 

Potenzielle Käufer empfinden ein Bestseller-Label als schlagendes Kaufargument. Es impliziert die Zufriedenheit bisheriger Kunden mit diesem Produkt.

Innerhalb einer Kategorie gibt es bis zu 100 Bestseller-Ränge. Diese werden stündlich von Amazon aktualisiert. Die Platzierung richtet sich nach der Anzahl der Bestellungen. Wird ein Produkt innerhalb eines gewissen Zeitraums häufiger verkauft als die Wettbewerbsprodukte der Kategorie in der es gelistet ist, wird es zum #1-Bestseller und erhält den Bestseller-Badge. Es handelt sich also um einen relativen Wert.

Tipps rund um Amazon Kategorien

Bei der Einordnung Ihrer Produkte sollten Sie über den Tellerrand gucken: Auch Produkte, die anderen Kategorien thematisch verwandt sind und zu einer bestimmten Produktgruppe passen, können Sie dort hinzufügen.

Die Platzierung sollte trotz aller Kreativität nachvollziehbar und korrekt erfolgen. Nur so wird das Produkt von potenziellen Kunden gefunden und als relevant für ihren Bedarf erkannt. Die ordnungsgemäße Kategorisierung auf Amazon bildet die Basis für eine optimale Produkt-Performance.

Hier einige Beispiele für mögliche Kategorisierungen.

 

Ergänzende Produkte in Kategorien platzieren

Bestseller Aufblasbare Pools
Bestseller innerhalb der Kategorie “Aufblasbare Pools” (Quelle: Screenshot amazon.de)

 

Bestseller-Rang #21 zeigt einen aufblasbaren Sessel innerhalb der Kategorie “Aufblasbare Pools”. Auf den ersten Blick handelt es sich um ein für diese Kategorie inadequates Produkt. Für Kunden, die nach Pools oder Schwimmbecken stöbern, könnte diese jedoch ein willkommenes Zubehörprodukt zu ihrem Wunschprodukt darstellen.

Achtung: Eine Produktplatzierung in einer spezifischen Kategorie sollte gut durchdacht werden und nachvollziehbar sein. Sehen Sie davon ab, ein Produkt willkürlich in artikelfremden, unpassenden Kategorien einzuordnen. Amazon könnte die Platzierung ablehnen.

Besteller Medizinschränke
Bestseller innerhalb der Kategorie “Medizinschränke” (Quelle: Screenshot amazon.de)

 

In dieser Kategorie befinden sich gleich drei Artikel, die auf den ersten Blick nicht dort hingehören. Warum sollten Kunden, die nach einem Medizinschrank suchen, eine Pillendose oder einen Pillenorganizer kaufen? Die Antwort ist ganz einfach: weil sie diese ergänzend gebrauchen könnten. Letztendlich kommt es rein auf die Performance der einzelnen Produkte im Vergleich zur Konkurrenz innerhalb der Kategorie an.

Best Practice: Der Hersteller des durchsichtigen Pillenorganizers könnte sich ebenfalls überlegen, seinen Artikel in weiteren Kategorien unterzubringen. Er könnte beispielsweise als “Schreibtischorganizer” oder “Beautyorganizer” dienen.

Suchintention der User berücksichtigen

Bestseller Pflege Schwangere
Bestseller innerhalb der Kategorie “Pflege für Schwangere & Stillende” (Quelle: Screenshot amazon.de)

 

Unter der Kategorie “Pflege für Schwangere & Stillende” vermutet man Produkte wie Bodybutter, Pflegeöl für die Haut oder Slipeinlagen. In diesem Fall besetzt hier jedoch ein Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere den Bestseller Rank #1. Obwohl es einen anderen Zweck erfüllt, passt es zur Suchvorstellung potenzieller Käufer.

 

Fremd-Platzierungen: Schwarze Schafe identifizieren

Bestseller Poolheizungen
Bestseller innerhalb der Kategorie “Poolheizungen & Poolheizpumpen” (Quelle: Screenshot amazon.de)

 

Dieses Damenkleid rankt basierend auf seiner Performance auf Bestsellerrang #1 der Kategorie “Poolheizungen & Poolheizpumpen”. Für Hersteller mit entsprechendem Produktsortiment schmälert dies die Wahrscheinlichkeit, mit einem ihrer Produkte das Bestseller-Badge zu erlangen.

Teilweise können sich kategoriefremde Produkte unter die Bestseller schleichen. Manche Seller platzieren Produkte absichtlich in besonders kleinen, aber unpassenden Kategorien. Dort ist die Konkurrenz niedrig und es besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, den Bestseller-Badge zu ergattern. Produktverstöße können generell gemeldet werden. Vendoren sowie Seller sollten dazu einen Fall eröffnen. Im Anschluss überprüft Amazon die ASIN.

Fazit

Die gezielte Platzierung in produktverwandten Kategorien kann Endverbraucher von einem Kauf überzeugen. Manche Produkte werden komplementär zur eigentlichen Kaufabsicht erworben. Andere ersetzen das eigentliche Wunschprodukt und/oder werden “zweckentfremdet”.

Sie sollten den Fokus nicht ausschließlich darauf legen, auf der ersten Suchergebnisseite aufzutauchen. Ergänzend dazu müssen Ihre Produkte auch über die Kategorien auf Amazon gefunden werden können.

Wählen Sie die Kategorien für Ihre Produkte sinnvoll aus.
Achten Sie darauf, stets die Endkategorie zu wählen, da die Zwischenebenen lediglich Navigationszwecken dienen.
Versuchen Sie sich dabei in die Lage des Endverbrauchers auf Amazon zu versetzen.

Hinweis: Amazon verändert seine Richtlinien kontinuierlich. Es ist damit zu rechnen, dass die Kategorie-Auswahl mit der Zeit nicht mehr in der Gewalt des Herstellers liegt, sondern Amazon Artikel eigenständig kategorisiert.

factor-a unterstützt Sie gerne bei der Umsetzung einer rundum erfolgreichen Marktplatzstrategie. Sprechen Sie uns an!

Top